Was passiert eigentlich, wenn zwei Büros eins werden? Gute Frage. Kurze Antwort: ungefähr das, was du dir vorstellst. Nur etwas schräger. Hier kommen die ersten Eindrücke aus dem neuen Gemeinschaftsbüro — gesammelt über die letzten Wochen, weil manche Dinge einfach Zeit brauchen, um vollständig absurd zu werden.
Erwischt: Die Chefin, der Hund und ich
Es gibt schlechtere Arten, seinen ersten Eindruck im neuen Büro zu hinterlassen. Die Chefin und ihr Hund flanierten einmal ums Gebäude — und fanden dabei mich. Beim Rauchen. Auf dem Betriebsgelände.
Sie erklärte mir ironisch, dass das ja eigentlich nicht so toll sei. Ich blieb relativ unbeeindruckt und fragte, ob ich mich stattdessen lieber in die Seitenstraße oder auf den Bürgersteig stellen sollte. Kurze Pause. Keine wirkliche Antwort.
Am Ende habe ich neben ihr und dem Hund aufgeraucht. Wir haben uns noch kurz unterhalten. Der Hund hat geschwiegen. Alles gut.
Türen: Ein revolutionäres Konzept
Das neue Büro hat etwas, das nicht selbstverständlich ist: Türen. Türen, die man schließen kann. Um Geräusche draußen zu lassen. Um neugierige Blicke zu blockieren. Um einfach mal in Ruhe zu arbeiten.
Wir nutzen das. Die anderen Abteilungen — nicht wirklich. Ob das Vertrauen, Offenheit oder schlicht Gewohnheit ist, lässt sich schwer sagen. Wir schließen trotzdem zu.
Der Fehlerteufel ist jetzt offiziell
Eine Abteilung hat eine bemerkenswerte neue Kommunikationsstrategie eingeführt: Bei Fehlern wird ab sofort offiziell auf den Fehlerteufel verwiesen. Nicht intern. Auch gegenüber Kunden.
Man muss das kurz sacken lassen. Irgendwo in diesem Gebäude wird gerade einer Mail getippt, in der einem Kunden erklärt wird, dass der Fehlerteufel zugeschlagen hat. Die Mail wird abgeschickt. Der Kunde liest sie. Und irgendwie funktioniert das.
Mails werden jetzt persönlich beantwortet
Früher: Anruf. Jetzt: persönlich vorbeikommen. Das klingt effizienter. Ist es vermutlich auch. Ob es angenehmer ist, hängt davon ab, wer vor der Tür steht — und ob man gerade zugemacht hat.
Das erste Meeting: Ein Klassiker in Neun Akten
Kein neues Büro ohne erstes unnötiges Meeting. Die Tradition wurde gewahrt.
Thema: ein neues Programm. Ursprünglich für 2019 geplant. Die Entwickler haben zwischenzeitlich unser Feedback aufgenommen und arbeiten an Funktionen, die wir tatsächlich brauchen. Keine davon ist fertig. Deshalb hat man sich zusammengesetzt, um — genau — dieselben Dinge zu besprechen wie beim letzten Mal.
Ein Kollege ergriff früh das Wort. Er wollte einen Zeitplan erarbeiten. Konkretes Ziel, nachvollziehbarer Wunsch. Die Reaktion darauf: keine. Stille. Als hätte er vorgeschlagen, das Gebäude abzureißen.
Der Chef meldete sich irgendwann zu Wort: „Es sollte jedenfalls so sein, dass man da noch die Notbremse ziehen kann."
Die Notbremse. Für ein Programm, das seit 2019 entwickelt wird.
Alles schon einmal dagewesen. Willkommen im neuen Büro.